Spatenstich für Erschließung von Logistik-Zentrum und Autohof am künftigen Autobahnkreuz – Bis zu 1.000 neue Arbeitsplätze

Von Stephan Brandl, PNP

Pocking. Spatenstich für die Erschließung des größten Bauprojekts im Landkreis Passau am künftigen Autobahnkreuz A 3/A 94: Auf einer Fläche von rund 25 Hektar entstehen im Gewerbepark Königswiese ein Logistikzentrum mit fast 90.000 Quadratmetern, aufgeteilt in drei Hallen, sowie ein Autohof mit Übernachtungsmöglichkeiten und Schnellrestaurants. Insgesamt nehmen die beiden Investoren bauwo (Logistik) aus Hannover und MaierKorduletsch (Autohof) aus Vilshofen rund 120 Millionen Euro in die Hand. Im Endausbau könnten dort bis zu 1.000 neue Arbeitsplätze entstehen.

Zwei aktive Unternehmen, die etwas bewegen

„Es war ein langer Weg, bis wir heute hier stehen können“, sagte MaierKorduletsch-Geschäftsführer Lorenz Maier gestern beim Spatenstich für die 4-Millionen-Euro-Erschließung des Gewerbeparks. Denn der Flächennutzungsplan dazu steht schon seit 22 Jahren. Jetzt werde hier eine Infrastruktur gebaut, die 40 Jahre Bestand haben soll. Die Erschließungsmaßnahme hat enorme Dimensionen, sie umfasst 8.000 Quadratmeter Asphaltfläche und 1.000 Quadratmeter Betonfläche, 400 Meter Kanal werden verlegt, die Ruhstorfer Gruppe verlegt eine fast 3,5 Kilometer lange Wasserleitung, alle Grundstücke werden mit Glasfaser angeschlossen.
Was Pockings Bürgermeister Franz Krah dabei besonders freut: Dass die beiden Investoren die Erschließung des interkommunalen Gewerbeparks (er liegt auf den Gemeindeflächen von Pocking und Neuhaus) samt Naturschutzausgleichsflächen selbst übernehmen. „Das ist heute ein schöner Tag für unsere beiden Gemeinden“, sagte Krah. Und sein Kollege Stephan Dorn aus Neuhaus ergänzte: „Wir können uns gemeinsam freuen, dass die Region vorankommt, weil zwei aktive Unternehmen anpacken und etwas bewegen.“ Von einem „wichtigen Zeichen für die wirtschaftliche Entwicklung“ und einem „Mehrwert für die Region“ sprach Landrat Raimund Kneidinger.
Und er lobte den unternehmerischen Mut der beiden Investoren – Mut, der auch mit Risiko verbunden sei, „aber sich am Ende meistens auszahlt“. Und das könnte durchaus der Fall sein, denn mit der Fertigstellung des Autobahnkreuzes sowie dem A-94-Teilstück Pocking-Kirchham könnte sich der Gewerbepark an der Strecke-Frankfurt-Wien sowie nach München zu einer logistischen Drehscheibe entwickeln.

Areal kann zu logistischer Drehscheibe werden

Der Autohof für Lkw und Pkw von MaierKorduletsch, so die Lokalpolitiker, werde ein Highlight. Man werde laut Lorenz Maier zwar hauptsächlich auf flüssige Energieträger setzen, aber alle anderen Energie-Alternativen weiter fördern. Es wird dort also E-Ladestationen geben und eine Fläche für eine künftige Wasserstoff-Tankstelle freigehalten. Das ursprünglich dort angedachte Elektrolyse-Projekt zur Herstellung von Wasserstoff jedoch wird vorerst auf Eis gelegt. Maier: „Wir müssen abwarten, in welche Richtung das geht.“ Die Investitionssumme für den Autohof kann Maier noch nicht final beziffern, sie könnte aber die 20- Millionen-Euro-Marke überschreiten.

Das riesige Logistik-Areal entwickelt das deutsche Logistik-Schwergewicht bauwo. „Nach Pilsting unser größtes Projekt in Bayern“, wie Geschäftsführer Bernhard Rückert betonte. Allein die bauwo investiert rund 100 Millionen Euro. Und wer nun glaubt, dass in so einer Logistikhalle nur mit ein paar Gabestaplern aus- und eingeladen wird, der irrt gewaltig. Je nachdem, welches Unternehmen sich darin ansiedelt, so Rückert, kann dort auch dienstleistendes und produzierendes Gewerbe entstehen. „Der wirtschaftliche Nutzen für die Region ist unser Ziel“, sagte Rückert, der davon ausgeht, das dort 500, ja bis zu 1.000 neue Arbeitsplätze entstehen könnten. Auf die Hallendächer kommt eine Photovoltaikanlage, die mit zehn Megawatt-Peak den Gewerbepark versorgen soll, der Rest wird ins Umspannwerk Rottwerk eingespeist. Rückert dankte allen Beteiligten von den Kommunen bis zu den Grundstückseigern: „Sie alle sind unsere Möglichmacher.“ Die Erschließungsmaßnahmen für den Gewerbepark Königswiese sollen Ende September abgeschlossen sein, Logistikzentrum und Autohof planen mit einer Fertigstellung im vierten Quartal 2027 – parallel zur Fertigstellung des Autobahnteilstücks Pocking-Kirchham.

Am Abend zuvor hatten Maier und Rückert das Projekt im Stadtrat vorgestellt. Schon hier verdeutlichte Lorenz Maier, dass etliche Hürden genommen werden mussten, etwa beim Naturschutz. Bernhard Rückert erläuterte die Dimension des Projekts, an dem sein Unternehmen „schon länger dran war“. Es habe schon „ein paar Gespräche an Küchentischen“ bedurft, um die Flächen erwerben zu können. „Nur schade, dass uns keins davon gehört hat“, meinte Bürgermeister Franz Krah – „dann stünden wir mit unserem Haushalt fein da“.

Bildunterschrift. Kaiserwetter beim Spatenstich für die 4-Millionen-Euro-Erschließung des gemeindeübergreifenden Gewerbeparks Königswiese direkt am künftigen Autobahnkreuz A3 / A94.

-Foto: Meier Bau